Jena, kreisfreie Stadt im Saaletal (Thüringen)
Jena, Geschichte von Jena


Geschichte von Jena - Kirchen, Klöster und Spitäler

Michaeliskirche - siehe auch bei Sehenswürdigkeiten
ist zugleich die Haupt- und Stadtkirche von Jena am Kreuz. Erstmals in einer Urkunde von 1295 erwähnt, aber nicht namentlich genannt, wird die Kirche, als die Brüder Albert und Hermann von Lobdeburg sie und das dazugehörige Pfarramt dem von ihren Urahnen gestifteten Nonnenkloster zu Roda überlassen, um dessen durch Überfälle geschmälerten Einkünfte zu verbessern. Erst 6 Jahre später - im Jahre 1301 - bestätigen Markgraf Friedrich mit Zustimmung seiner Gattin die Überlassung.
Mit dem Bau der heute noch bestehenden Stadtkirche wird aber erst im 15. Jahrhundert begonnen. Aus dem Jahre 1406 stammt die älteste über dem Fürstenstand befindliche Inschrift. Eine weitere Jahreszahl - 1432 - befindet näher zum Altar hin. Das Jahr 1442 steht an der südlichen Seite der Kirche. Bei der sogenannten Mehlkammer nahe der Turmtür kann man die Jahreszahl 1472 lesen. An der Südseite des Turmes ist die Zahl 1486 sichtbar. 1557 wurde der Turm erhöht und mit Schiefer gedeckt. An einem Südpfeiler stürzte der erste Baumeister der Kirche herunter und brach sich dabei das Genick. An ihn erinnert sein in Stein gehauerer Kopf und Arm.
Die Kirche ist nach alten Unterlagen 140 Fuß lang, ca. 70 Fuß breit, über 70 Fuß hoch und wurde im gotischen Stil erbaut. Der Altar steht auf einem Kreuzgewölbe unter den man durchgehen oder -fahren kann, und aus diesem Grund zu einem der sieben Wunder von Jena zählt. Vom Altar zur rechten Seite steht das aus Bronze gegossene zweiteilige Bildnis Luthers, die ursprünglich für die Schloßkirche zu Wittenberg bestimmt war, aber wegen der Schlacht bei Mühlberg erst im August 1572 ausgeführt wurde, damit nicht nach Wittenberg kam und vom Herzog Johann Wilhelm in der Stadtkirche aufstellen ließ.
283 Stufen führen auf den Turm, zur Orgel 33, zum Hofgerichtsarchiv 104, zur Türmerwohnung 239 und von dort 14 steinerne und 30 hölzerne zum sogenannten grünen Türmchen. Das Geläut besteht aus vier Glocken, wovon die Johannisglocke, die die Inschrift "Anno Dni 1325" trägt, die älteste ist.

Das Michaeliskloster
stand einst nördlich der Michaeliskirche und war über einen Durchgang erreichbar. Es war ein reiches Kloster für Adlige des Cistercienzer Ordens, welches zur Mainzer Dioce gehörig war. Weder die Stiftungs- noch die Bestätigungsurkunden sind vorhanden, aber nach anderen Urkunden ist das Kloster um das Jahr 1300 von den Herren der Lobdeburg gestiftet worden.
1301 überließen in Übereinstimmung mit ihrer Schwester Katharine die Brüder Burchard und Hermann von Lobdeburg das Patronatrecht der Michaeliskirche zu Jena - soll die erste Erwähnung der Michaeliskirche sein. Von nun an wird das Michaeliskloster von den Herren der Lobdeburg reichlich mit Gütern bedacht. 1511 hat die letzte Abtissin Katharine von Kolbe alle Briefe abschreiben und kontrollieren lassen, welche im Hortlederschen Copialbuch dem Justizamt von Jena 1836 vorgelegen haben. Die erste Abtissin Mechthildia war eine Schwester Hermanns und Alberts von Lobdeburg-Leuchtenburg. In einer Urkunde aus dem Jahr 1316 wird vom Landgraf Friedrich alle dem kloster überlassenen Güter in- und außerhalb der Stadt bestätigt.
1525 wurde das Kloster aufgelöst und in eine Schule umgewandelt worden. Zahlreiche Klostergebäude wurden an Privatpersonen verkauft. Im Jahre 1701 fanden in der Schule zahlreiche Verbesserungen statt, ebenso 1833, wo erneut Veränderungen vorgenommen worden, um Raum zu geschaffen.
Die vom Superintendanten Oemler 1768 gegründete Freischule wurde 1804 mit der Garnisonsschule vereinigt und aus der später die allgemeine Bürgerschule entstand.
Heute ist keine Bausubstanz mehr vorhanden.

Paulinerkloster
Siehe "Collegium Jenense"

Carmeliterkloster
Das Carmeliterkloster zu den Heiligen stand vor dem Löbdertor einst am Engelplatz. Es besaß eine Kapelle zum heiligen Kreuz. Keine Urkunden liegen vor, vielleicht wurden sie bei der Erstürmung des Klosters im Jahre 1525 alle vernichtet. Auf der Südseite fand man einen Stein mit der Inschrift "Anno 1214" oder "Anno 1217". Wenn dieser Stein zum Kloster gehört, so müßte es früher als alle anderen gestiftet worden sein. Genauso gut könnte der Stein eine Mauerinschrift des Hospitals sein, welches laut einer Urkunde im Jahr 1319 zum heiligen Geist und allen Heiligen geweiht wurde. In einer Urkunde aus dem Jahre 1418 findet das Carmeliterkloster eine nachweisbare Erähnung. Während des Bauernkrieges - genau am 3. Mai 1525 - wurde es gestürmt, geplündert und im Anschluß zerstört.
Deshalb wurde bei der Aufnahme des Klosterinventars im Jahre 1526 nichts gefunden. Der Buchdrucker Christian Rödinger aus Magdeburg durfte auf Erlaubnis des Kurfürsten Johann Friedrich das Hintergebäude des Klosters 1553 beziehen und unter Leitung des aus Naumburg vertriebenen Bischofs Nicolaus von Amsdorf und Georg Rorarius, der aus der Mark nach Jena berufen worde, die Schriften von Martin Luther drucken. Diese neue Ausgabe, bestehend aus acht deutschen und vier lateinischen Teilen, sollte die Wittenberger erst einmal ergänzen und ersetzen. Luther hatte 1525 Rorarius zum geistlichen Amt gesegnet. Zudem war er auch erster Bibliothekar in Jena, der im Laufe dieser Tätigkeit 17 sogenannte Quartbände als handschriftlicher Nachlaß der Bibliothek hinterlassen hat.
Am 12. April 1642 ließ Matthäus von Moncado, der kaiserliche Obrist und Stadtkommandant von Jena, Häuser und Scheunen vor den Stadttoren und das Obergebäude des Klosters abreißen, die Holzbalken zuschneiden und diese als Palissade zwischen Johannistor und dem runden Turm der Grietgasse errichten. 1666 wurde im Auftrag des Stadtrates Mauerwerk des Klosters für die Wiederherstellung des von den Schweden im Jahre 1637 zerstörten Bogens der Camsdorfer Brücke verwendet.
Heute ist keine Bausubstanz mehr vorhanden.

Collegienkirche
Siehe "Collegium Jenense"

Alte Johanniskirche - heute Katholische Kirche "St. Johannes Baptist" - siehe Sehenswürdigkeiten
ist eine der ältesten Kirchen in Thüringen. Das Areal um die Kirche nannte man früher Gottesacker. Sie wurde nach der Wiederherstellung der katholischen Gemeinde von Jena zur Nutzung übergeben.

Neue Johanniskirche - siehe auch bei Sehenswürdigkeiten
Sie wurde einst als Gottesackerkirche bezeichnet, bevor sie Garnisionskirche wurde und heute als Friedenskirche bekannt ist. Zwischen 1686 und 1693 wurde sie auf Kosten der Stadtkirche erbaut, wofür 12.000 Taler benötigt wurden. Herzog Ernst August ließ die Kirche am 4. August 1743 durch den Superintendenten Schramm einweihen. Ihr Ausbau konnte erst nach Geldgeschenken des regierenden Großherzogs und durch freiwillige Geldspenden im Jahre 1836 vollendet werden.

Die Kirche zu St. Jacob (Jacobskapelle) vor dem Zwätzentor
ist im Auftrag des reichen und angesehenen Bürgers von Jena Nicolaus Theuerkauf errichtet worden, in der er auch 1482 bestattet wurde. Zwei Messen in der Woche hatte er gestiftet, zu denen 1505 noch eine Sonntagsmesse hinzukam, die Hans Soseck aus Kösenitz spendete. Johann Brunig war der erste Priester. Auf der Stadtratssitzung vom 11. August 1690 wurde beschlossen, die baufällige Kirche abzureißen und durch eine neue zu ersetzen, welche vom Superintendanten Götze am 7. Juni 1692 eingeweiht wurde. 1788 mußten erneut eine Reparatur durchgeführt werden.
Heute ist keine Bausubstanz mehr vorhanden.

Kirche St. Maria in Lobeda
Auf dem Kirchberg von Jena-Lobeda - Lobeda wurde von den Herren der Lobdeburg planmäßig unterhalb der Lobdeburg angelegt - stand die Kirche St. Maria. Ihre Gründung geht auf das Jahr 968 zurück. Auch vom Nachfolgebau aus dem Jahre 1228 sind keine Reste mehr vorhanden.
Heute ist keine Bausubstanz mehr vorhanden.

Weiberhospital zu St. Jacob in Weiden
lag neben der Kirche gleichen Namens vor dem Zwätzentor. Commendurherr Johannes von Germar zu Zwätzen hatte 1508 auf der Bitte des Prof. Joh. Schröters das neben dem Hospital liegende Grundstück für 100 Taler gekauft und diesem geschenkt. Durch eine weitere Schenkung von 500 Talern konnte ein neues Hospital errichtet werden. Dazu kamen noch 300 Taler von der regierenden Großherzogin K. K. H. und für den Rest kam die Stadtkämmerei auf.
Heute ist keine Bausubstanz mehr vorhanden.

Das Brüderhospital zu St. Nicolaus
stand einst vor dem Saaltor an der Mühllache. Die 1354 erstmals erwähnte Kapelle kauft im Jahre 1564 die Universität vom Stadtrat, um daraus ein Hospital für Studenten einzurichten. 1784 hatte Wasser dem Hause so zugesetzt, dass es abgerissen werden mußte.
In der 1354 genannten Urkunde wird ebenso ein Hospital für zwölf arme Brüder oder Männer erwähnt, dem der mit zahlreichen Ländereien versehene Brückenhof, der dem Stadtgericht untersteht, zur Nutzung übergeben wurde. Hermann von Lobdeburg-Elsterberg schenkt dem Hospital 1358 das Brückendorf Osmaritz. Auch die Brüder Albrecht und Hans von Lobdeburg geben den Brüdern ein sogenanntes Holz zur freien Verfügung.
Jena-Löbnitz soll der Jenaer Stadtrat mit allen Rechten 1395 von Walther Zerlen und Hans von Naumburg gekauft haben. Auch ein Albertus von Tümpling hatte dem Männerhospital eine Stiftung zukommen lassen.
Heute ist keine Bausubstanz mehr vorhanden.

Schwesterhospital zu St. Maria Magdalena
mit einer Kapelle stand neben dem Schlachthaus von Conrad Stein an der Mühllache und diente armen Frauen zur Unterkunft.
Heute ist keine Bausubstanz mehr vorhanden.

Einige Erläuterungen

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