Jena, kreisfreie Stadt im Saaletal (Thüringen)
Geschichte von Jena


Geschichte von Jena im Mittelalter - Stadttore, Häuser & Plätze

Jena im Altertum Bild rechts
Die Stadtmauer verlief Ecke Schillerstr./Fürstengraben (Pulverturm - oben links), zur Ecke Fürstengraben/Der untere Löbdergraben (heutiger Lutherplatz, wo früher das Schloss stand und heute das Uni-Hauptgebäude das Stadtbild prägt) zur Ecke Der untere Löbdergraben/Löbdergraben (Roter Turm) zur Ecke Teichgraben/Schillerstr. (Anatomieturm).


Stadttore, Stadtbezirke und Vorstädte, Häuser, Plätze ...


Stadttore, Stadtbezirke und Vorstädte

Ä u ß e r e     T o r e

Erfurter Tor
Es markierte den Weg in Richtung Weimar. 1668 wurde es abgerissen und die gewonnenen Steine fanden beim Bau des Ballhauses erneuten Einsatz.

Neutor
Das Neutor stand am Ende der Neugasse nahe dem Paradies. Das überbaute Tor wurde von einem Feldhüter bewohnt und 1784 abgerissen, um es weiter nach außen zu rücken.

Zwischen beiden Toren befanden sich hinter dem Karmeliterkloster noch das Ziegeltor, das Engelgatter und das Kreuztor.

Das Brückentor
stand einst am Ende des Steinweges nahe der Camsdorfer Brücke. Durch das Inselgatter konnte man zu den dortliegenden Gärten gelangen, später war es ein offener Ausgang.

Zwätzentor
- früher auch Hammerstor genannt - war das Tor vor der Pforte. In ihm wohnte der sogenannte Flurschütze. Später wurde es abgebrochen. Amtsschreiber Schlichtegrull ließ vor diesem ehemaligen Tor ein Vorwerk errichten, welches Dr. Werner Rolfinck vollenden ließ. Bekannt war es unter den Namen Meistersches Gut.

I n n e r e     S t a d t t o r e

Der Pulverturm
ist im 13./14. Jh. als runder Befestigungsturm aus mächtigen Kalksteinquadern mit kegelförmiger Spitze und zinnengekröntem Wehrgang erbaut worden. Er beherbergte das Verlies, das eine Tiefe von 6,50 Meter hatte.

Das Zwätzentor
wurde auf Goethes Veranlassung abgerissen.

Die Pforte vor dem Schloss oder die Zwätzener Pforte
befand sich im nördlichen Verlauf der Stadtbefestigung und fand erstmals 1446 eine Erwähnung.

Das Saaltor
am linken Arm der Saale, der sogenannten Mühllache gelegen, ist bereits 1354 im Copialbuch der Stadt Jena erwähnt worden. Auch dieses Stadttor hatte einen Turm, der aber 1670 teilweise abgerissen, überbaut und zur Errichtung von Wohnraum genutzt wurde.

Der Rote Turm
ist der südöstliche Eckturm der Stadtbefestigung. Das Untergeschoss ist von 1430 auf das 1865 ein viergeschossiger Backsteinaufbau aufgesetzt wurde, der während Sanierungsarbeiten im August 1995 einstürzte und wieder neu im alten Stil errichtet wurde.

Das Löbdertor
wurde erstmals 1319 genannt und nochmals 1353. Bei diesem Stadttor handelt es sich um ein Doppeltor mit einem viereckigen Turm. Das innnere Tor trägt als Datum seiner Neuerrichtung und Erhöhung die Jahreszahl 1551 und als Inschrift: "Turris fortissima verbum domini" und das äußere Tor erbaute man 1431. Vor dem Tor befand sich über dem mit Wasser gefüllten Stadtgraben eine steinerne Brücke - die eine hölzerne Vorgängerversion mit einer interessanten Stadtgeschichte hatte. 1817 ist Turm, Tor und Brücke abgerissen, der Graben verfüllt und der Holzmarkt durch diesen gewonnenen Platz erweitert worden.

Der Anatomieturm
ist der Rest des südwestlichen Eckturms der ehemaligen Stadtbefestigung. Er entstand im 13. Jahrhundert und erhielt im 18. Jahrhundert einen achtseitigen Aufbau mit hohen Fenstern und Zeltdach. Zwischen 1750 und 1860 befand sich im Aufbau der anatomische Hörsaal. 1860 wurde der Hörsaal abgebrochen - seitdem ist der Turm Ruine. Ein Bild über das einstige Aussehen des Anatomieturmes und des Collegium Jenense ist unter dem Thema «Geschichte der Friedrich-Schiller-Universität» zu sehen.

Das Johannistor
war früher ein doppeltes Tor und wurde erstmals 1305 urkundlich erwähnt. Als einziges Stadttor besitzt es einen fünfgeschossigen Turm mit Wehrgang und hat eine Höhe von 38 Metern. Interessant sind die angebrachten Verzierungen von Wasserspeiern in Gestalt von Affen.
Über dem Tor des Johannistores befindet sich der balkonähnliche Ausguck für den Turmwächter, der sogenannte Käsekorb.

1430 - zur Zeit des Vordringens der Hussiten - ist die Stadt voll verteidigungsfähig. Um 1300 begannen die Arbeiten zur Befestigung der Stadt mit einer Stadtmauer. Auf einer Länge von 1800 Meter wurden 30.000 Kubikmeter Steine verbaut.

S t a d t b e z i r k e     u n d     V o r s t ä d t e

Jena war im Jahr 1835 in sechs Bezirke eingeteilt, wovon die ersten drei (A - C) innerhalb der ehemaligen Stadtmauer lagen, die anderen drei hingegen die Vorstädte einteilte. In alten Urkunden und im sogenannten Geschoßbuch der Stadt von 1406 waren sie als Dörfer aufgeführt, die alle eigene Namen besaßen.

Die Vorstadt vor dem Johannistor - war der D-Bezirk - hieß Scheczczilsdorf und weiter im Mühltal lag Krotendorf, deshalb der Berg gleichen Namens und die Krotenmühle. Dieser Bezirk soll vordem auch einmal als Schweizervorstadt bezeichnet worden sein. Zu diesem Areal, der sich bis zur Löbdervorstadt erstreckt hat, gehörte der Heinrichsberg, der Gottesacker, die Wagner-, Bach- und Krautgasse.
Das Dorf Zwifelbach oder Zweifelbach lag vor dem Löbdertor - dem E-Bezirk. Nach o. g. Geschoßbuch der Stadt Jena hatte Zweifelbach eine Nuwen-, Mergkils-, Voitis- und eine Grechegasse. Aber unmittelbar in dieser Vorstadt vor dem Löbdertor befand sich, der geräumig angelegte Holzmarkt, die Neugasse und rechter Hand davon der Engelsplatz, von dem eine einbogige Brücke über die Leutra nach Lichtenhain führte, links die Grietgasse, die in das Paradies führte, welches im Jahre 1780 von Bürgermeister und Kommerzienrat Paulsen an der Saale angelegt wurde.
Wie aus dem Geschoßbuch von Jena aus dem Jahre 1406 hervorgeht, erstreckte sich auf einer Insel - der sogenannten Insel, Landveste und Auf dem Sande - vor dem Saaltor im F-Bezirk zwischen dem linken Seitenarm der Mühllache und den rechten Hauptarm der Saale das Dorf Hodelsdorf, das in Urkunden auch als Schodelsdorf bezeichnet wird. Über den linken Saalearm - der Lache - führt die 1523 erbaute Lachenbrücke.
Vor dem Schloß- bzw. der Zwätzenpforte liegt die Zwätzener Vorstadt, die zum F-Bezirk gehört, auch als Nonnendorf bezeichnet wird. Die Zwätzengasse, Schmiedegasse, Ballhaus und Fürstenkeller liegen im F-Bezirk, hingegen der Botanische Garten und die Tierarzneischule zum D-Bezirk zugehörig sind.

Öffentliche Plätze, Häuser, Gärten und weitere Anlagen

Der Marktplatz
ist in seiner Form ein Rechteck von ca. 150 Schritt Länge und ca. 124 Schritt Breite, die Häuser, die ihn umsäumen besitzen teilweise eine beachtliche Größe.

Der Eichplatz
entstand durch die Räumung und Ebnung der Brändstätte vom 13. und 14. Oktober 1806. An der Ostseite des Platzes stand das große Timlersche Haus und in der Mitte, die anläßlich der Feier des Friedensfestes 1816 gepflanzte Eiche, welche mehrfach beschädigt wurde oder einging.

Das Rathaus
Am Markt steht das erstmals 1368 erwähnte im spätgotischen Stil erbaute Rathaus als zweigeschossiges Doppelhaus. Im Erdgeschoß besteht es aus vier Hauptgewölben, von denen zwei für die Wage und Zeise bestimmt und verschlossen sind und die beiden anderen dienten als Fleischbänke. Im Hauptstock - das zweite Geschoß - waren Ratsstube, die Stadtkämmerei, das Stadtgericht, die Polizei und die Sparkasse untergebracht. In der Zeit des Barocks umgebaut und 1755, den an der Vorderfront befindlichen Turm hinzugefügt, an dem sich unterhalb der Dachkante eine Kunstuhr mit Figurenspiel aus dem 15. Jahrhundert - der sogenannte Schnapphans - befindet. Das Rathaus gehört zu den ältesten Gebäuden dieses Typs.

Die Schloßgebäude
Auf dem Areal, auf dem heute das 1908 erbaute Universitätshauptgebäude steht, stand einst das Jenaer Schloß, dem ebenfalls ein früherer Schloßkomplex weichen mußte.
Hier aber nun die ausführliche Bautätigkeit am Jenaer Schloß:
Im ältesten Schloße heiratete Herzog Wilhelm der Tapfere 1446 Anna, die Tochter des Kaisers bei einem sogenannten Beilager - gleich eine frühere Hochzeit hoher Personen, die mit prachtvollen und öffentlichen Feierlichkeiten verbunden war. Da dieses Schloß alt und baufällig war, wurde es 1471 abgerissen und neu aufgebaut, wie eine Inschrift im Grundstein belegte. Dieses sogenannte Wilhelmer Schloß ließ wiederum Herzog Johann Ernst 1620 teilweise neu errichten. Bei der Bauausführung verwendete man aber schwache Träger und Balken, weshalb Herzog Wilhelm IV. 1659 diesen Gebäudeteil wie auch das stehengebliebene alte Schloß durch ein massives neues Schloßgebäude ersetzen ließ.

...

Das Amtshaus,
lag südlich des Schlosses. Herzog Johann Ernst der Jüngere ließ es im Jahre 1620 erbauen. Im Erdgeschoss war das Justizamt untergebracht.

Das Reithaus mit Reitbahn,
lag im Osten des Amtshauses. Im Auftrage des Herzogs Bernhard von Jena ist es 1660 erbaut worden. Das obere Stockwerk nutzte zu einem Teil das Consistorium für seine Sitzungen und die andere Häfte diente als Hörsaal der Anatomie. Später wurden hier die Präparate des anatomischen Kabinetts aufbewahrt. Die Stallungen lagen zwischen Amtshaus und Reithaus, über denen sich die Herrschaftlichen Fruchtböden befanden. Nahe dem Schloßtor stand noch ein weiteres, in welchem im Erdgeschoß das Archiv des Justizamts untergebracht war. In der darüber liegenden Etage fand der Gottesdienst der katholischen Gemeinde statt, ehe sie 1820 die alte Johanniskirche - auf dem Gottesacker befindlich - für ihre Nutzung erhielt.
Das an das Reithaus südlich angrenzende Gebäude wurde 1664 vom Baumeister Moritz Richter auf eigene Kosten erbaut. Herzog Bernhard kaufte es 1667 für die Kanzlei und Wohnung des jeweiligen Präsidenten. Im Anschluss wohnte bis zu ihrem Tod im Jahre 1701 die verwitwete Herzogin Johannette zu Eisenach hier. Nach dem Erwerb des Gebäudes durch Reitmeister Hochhausen wurde es mit Hof- und Nebengebäuden erweitert. Der Gebäudekomplex wechselte anschließend mehrfach den Besitzer, bevor der Theologe Johann Jacob Griesbach ihn erwarb und seine Frau sich hier mit einem ausgewählten Kreis von Freunden traf. Im geräumigen Haus wohnten auch schutzlose Waisen und Witwen. Es diente auch Friedrich Schiller als Wohnstätte in den ersten Jahren seines Jenaer Aufenthalts.

Der Fürstenkeller,
heute unterhalb der ThULB - am Fürstengraben gelegen - ist im Auftrage von Kurfürsten Johann Friedrich zu Sachsen in den Jahren 1534 bis 1537 erbaut worden. Nach seiner Gefangenschaft am 25. Septemer 1552 soll er hier - andere Quellen berichten im Schwarzen Bären - abgestiegen sein. Im Vordergebäude, welches 1673 instand gesetzt wurde und 1710 nochmals eine Erneuerung erhielt, war die Wohnung des Justiz- und Rentamtmanns. Der eigentliche Fürstenkeller befand sich im Hintergebäude - zu Ostern des Jahres 1668 erhielt er Schankerlaubnis für Bier und Wein. Noch weiter nördlich hinter letztgenannten Haus stand der massiv gebaute, feuerfeste Bau des Kornhauses - auch als Baukammer bezeichnet. Alle drei Gebäude waren mit solch geräumigen Gewölben unterkellert, dass ein Fuhrmann mit 4 Pferden hinein, wenden und wieder herausfahren konnte.

Botanischer Garten
Der Botanische Garten bestand einst aus zwei Gärten. Von den Herzogen Friedrich Wilhelm und Johannes zu Sachsen wurde der untere Teil - heute Ecke Fürstengraben/Bibliotheksplatz - am 1. Juni 1576 für 200 fl. (fl. = Gulden) von dem Bürger Hans Blesing gekauft. Im Jahre 1608 erwarb Herzog Wilhelm III. von Dr. Andreas Ellinger dem Jüngeren den Teil am Heinrichsberg. Paul Marquard Schlegel (1605 - 1653) - in Hamburg geboren - war der botanische Garten am Collegienhof einfach zu klein, weshalb die Akademie vom Herzog Wilhelm IV. im März 1640 einen botanischen Garten geschenkt bekam. Das Areal des heutigen Botanischen Gartens war zu damaliger Zeit von Gesträuch und Gras beherrschtes Ödland, aber binnen einer Jahresfrist in einem schönen Garten umgewandelt worden. 1663 forderte Herzog Bernhard zu Sachsen-Jena den Garten für die Hofhaltung zurück und ließ ihn zu einem Lustgarten umgestalten. Im Jahre 1676 wurde der Garten durch das Gebiet der Rennbahn - einer sogenannten Lehmgrube - noch vergrö,ßert. Mit dem Erlöschen der Jenaer Herzogslinie (ernestinische Linie der Wettiner) 1690 mit dem Tode von Herzog Johann Wilhelm vor Erreichen seiner Volljährigkeit und den Wegzug der Eisenacher Fürsten im Jahre 1698 wurde der Fürstengarten ein gewöhnliches Gartenland, welches 1794 Professor Batsch übergeben wurde und ein Gewächshaus erhielt. Der nördliche Teil war zu dieser Zeit in Privatbesitz übergegangen.

Prinzessinnengarten
Der Prinzessinnengarten ist das Nebengrundstück nördlich des Botanischen Gartens, in dessen Mitte ein Wohnhaus steht. Errichtet wurde es für den Theologen Johann Jacob Griesbach (1745 - 1812), der es einige Jahre lang in den Sommermonaten bewohnt hat. Seine Witwe hat es ca. zehn Jahre nach seinem Tode an die regierende Kaiserliche Hoheit, Großfürstin von Rußland und Großherzogin in Sachsen-Weimar-Eisenach - Maria Pawlowna - verkauft. Einige Jahre zu vor hatten bereits die Prinzessinnen Maria Louise Alexandrine und Marie Louise Augusta Katharina, die spätere Königin von Preußen und deutsche Kaiserin, im Sommer gewohnt, weshalb es diesen Namen erhielt. Bereits 1836 haben die Jenaer Bürger dieses Haus mit Garten besuchen dürfen.

Der Rosenkeller, die Rose - heute: Zur Rosen
war früher ein Backhaus des Brückenmüllers Just Rosenhain und seines Sohnes, auch ein Bäcker, namens Wolf Rosenhain, die es der Universität verkauften. Sie bekam es allerdings erst am 9. August 1561 vom Herzog Wilhelm von Sachsen übergeben. Den Namen des Gewölbes ist im Wappen mit Rosenkranz links neben der Eingangstür festgehalten worden. 1570 erhielt der Keller die Erlaubnis Bier und Wein zoll- und accisefrei ausschenken zu dürfen. Professor J. Schröter setzte sich bei den sogenannten vormundlichen Höfen dafür ein 300 Gulden und 250 Kienbäume zu erhalten, um das Vorderhaus und die Hofgebäude errichten zu können. Das Hinterhaus im Zwinger erbaute man 1738. Im Jahre 1787 erteilten mehrere Professoren den Auftrag einen akademischen Konzertsaal mit Nebengebäuden zu errichten, in dem im selben Jahre das erste Konzert stattfand. Einen zweiten großen Saal mit Nebenzimmern errichtete man 1836.

Der Burgkeller
- auch Ratskeller genannt - befand sich am Kreuze, der durch Bombenangriffe während des 2. Weltkrieges zerstört wurde. Nicolaus Zöllner erbaute ihn 1546. Seinen Namen erhielt er vom ersten Besitzer einem gewissen Herrn Buchard. Kaiser Karl V. traf hier am 27. Juni 1547 nach der verlorenen Schlacht von Mühlberg mit seinen 19.000 Spaniern und 400 Mauleseln seine Frau und seine drei Söhne zusammen.

Das Weigelsche Haus
hat der Astronom, Mathematiker und Pädagoge Erhard Weigel zwischen den Jahren 1668 und 1670 erbauen lassen. Es gehört zu den Sieben Wundern von Jena und hat in dieser Eigenschaft einige Besonderheiten aufzuweisen. Erst einmal hatte es vier Etagen und das Dach bestand nochmals aus drei Geschossen. Eine zur Treppe führende Spindel war hohl, so dass man mit Hilfe eines Flaschenzuges sich selbst bis in das oberste Stockwerk befördern konnte. Wenn die hohle Spindel zudem mit schwarzen Tüchern verhangen wurde, so konnte man vom Keller aus am Tage die Sterne beobachten. Mit einer weiteren technischen Raffinesse war man in der Lage, über ein Rohrsystem in jedem Zimmer dank einer hydraulischen Maschine, frisches Wasser zu entnehmen. Eine andere Rohranlage arbeitete auf der Basis eines Druckluftsystems. Goß man eine bestimmte Wassermenge in die Röhre, so gelangte durch ein anderes Rohr aus dem Keller die gleiche Menge Wein in die Stube.

Camsdorfer Brücke
Die erste steinerne Brücke, die über die Saale führt, ist die Camsdorfer Brücke, die um 1480 erbaut wurde.
1912 wird die ehemalige Camsdorfer Brücke abgerissen und durch eine neue ersetzt. Bereits im November 1913 konnte der Brückenneubau eingeweiht werden.

Gerade zur Zeit der fürstlichen Hofhaltung und ihrer Bautätigkeit entstanden im Bereich der Stadt auch Häuser wohlhabener Bürger. Im 18. Jahrhundert wurden weitere Gebäude bekannter Jenaer Berühmtheiten errichtet, so beispielsweise das hier beschriebene Trebitzsche Haus.

Etwa in der Mitte der Saalstraße stößt man auf einen kleinen Platz, dem sogenannten Breiten Stein. Hier ist einer der wenigen Jenaer Brunnen zu sehen - der Löwenbrunnen. Wenn man sich umschaut, so fallen einen einige Fassaden der umstehenden Häuser auf. Bei der Neugestaltung der Saalstraße zwischen 1988/90 wurde an der Ecke Oberlauengasse / Mühlgasse ein Gebäude neuerrichtet. Für die Gestaltung der Fassade verwendete man, die des unter Denkmalschutz stehenden, aber wegen des Turmbaues abgerissenen Honigmannschen Hauses. Einige der Stuckornamente sind noch im Original vorhanden, andere mußten ersetzt werden.

Oberreichsches Haus
Hinter dem Löwenbrunnen steht ein Gebäude, welches mit einem im Jahre 1655 gestalteten Wappen der Jenaer Borkenwirker versehen ist. Zudem weist das zweistöckige Fachwerkhaus folgende Inschrift auf: "Im 17. Jahrhundert. Am Breiten Stein". Haus und Erker sind aber erst später entstanden.

Trebitzsches Haus
Auf dem Grundstück Saalstraße 5 steht ein schmales Gebäude - Trebitzsche Haus. Es stammt aus dem 18. Jahrhundert (um 1730) und ist entsprechend mit Rokokoelementen verziert. Im ersten Stock ist noch eine Stuckdecke zu bewundern. Es ist nach dem Abriss der Leutrastraße noch das einzige Gebäude dieser Art in Jena. Heute sind im Gebäude Mietwohnungen untergebracht.

Platanenhaus
Das Platanenhaus steht in der Unterlauengasse Nr. 9. Erbaut wurde es im Jahre 1606, was oberhalb des rundbogigen Eingangs noch zu sehen ist. Es besteht aus einem steinernen Erdgeschoss auf dem ein dreistöckiges Fachwerkhaus mit für die Zeit typischen hervorstehenden Obergeschossen aufgesetzt wurde. Das Erdgeschoss ist ziegelgepflastert und diente einem Gerber als Werkstatt, die hier in der Unterlauengasse einst wohnten. Der sechseckige Treppenturm entstand wahrscheinlich erst im 19. Jahrhundert. Den Namen erhielt das Haus von den Platanen, die vor ihm stehen.

Griesbachsches Vorlesungsgebäude
Mit dem Griesbachschen Haus ist nicht das Griesbachsche Gartenhaus oder das Prinzessinnenschlösschen neben dem Planetarium gemeint. Ende des 17. Jahrhunderts erbaute man für die letzte Jenaer Herzogin das neben dem Vorlesungsgebäude am Löbdergraben einst stehende stattliche Bürgerhaus. Es hatte seinen Eingang von der Schlossgasse her und diente später dem Geheimen Kirchenrat Johann Jakob Griesbach als Wohnhaus. Zwischen 1795 und 1799 wohnte Friedrich Schiller mit seiner Familie in den oberen Stockwerken. In den daneben stehenden Hörsaal hielt Schiller seine am 26. Mai 1789 berühmte Antrittsvorlesung als neuberufener Professor für Geschichte. Johannn Gottlieb Fichte folgte ebenso mit seiner ersten Vorlesung in diesem Gebäude. Im Jahre 1826 gründete Friedrich Gottlob Schulze das Landwirtschaftliche Institut hier und übernahm es später durch Erwerb zu seinem Eigentum. Das Griesbachsche Haus wurde am 9. Februar 1945 im Bombenhagel zerstört, nur das Vorlesungsgebäude überstand und ist heute im Besitz der Universität.

Gasthof "Grüne Tanne"
Rechts der Saale, von der Stadt kommend linker Hand, am Camsdorfer Ufer steht der Gasthof "Grüne Tanne". Im einstigen Gasthof "Zur Tanne" wohnte 1818 Johann Wolfgang von Goethe in der Mansarde und schrieb hier einige Gedichte und Balladen. Im Gasthof gründete sich am 15. Mai 1815 die sogenannte Urburschenschaft, deren Fahne die gleichen Farben wie die der Deutschen Bundesrepublik besitzt. 1899 baute man es um und stockte es auf. Als wichtiger Versammlungsort sprachen hier auch Clara Zetkin und August Bebel. Nach 1945 diente das Gebäude als Jugendherberge bevor es nach der Wende von der Burschaft "Arminia auf dem Burgkeller" übernommen, saniert und als Begegnungsstätte zwischen Bürgern und Studenten zur Verfügung gestellt wurde.

Gasthof "Roter Hirsch"
Der Gasthof "Roter Hirsch" - heute Hotel - wurde erstmals 1509 erwähnt und feierte 2009 seinen 500. Geburtstag. Trotz seiner ständig veränderten Umgebung konnte er sein äußeres Erscheinungsbild erhalten. Das zu den ältesten Gebäuden Jenas zählende Bauwerk ist ein verputztes Fachwerkhaus mit gemütlichen Flair.

Schwarze Bär/Hotel "Schwarzer Bär"
Der am Schlossgraben einst gelegene Gasthof "Schwarzer Bär" - heute Hotel - gibt es schon seit Jahrhunderten. Trotz einiger Um- und Ausbauten hat er sein Aussehen nur unwesentlich verändert. Schon Luther wurde hier am 4. März 1522 bedient als er von der Wartburg kommend, nach Wittenberg unter dem Pseudonym "Junker Jörg" - in Ritterkleidung gehüllt - unterwegs war und hier Rast machte. Diese Station wurde auf einem Gemälde von Otto Schwerdtgeburth festgehalten, welches an Ort und Stelle zu bewundern ist. Einige Jahre später ist Luther erneut in Jena, um dem Wunsche des Landesfürsten nachzukommen, die abweichenden Lehren des Andr. Bodensteins aus Orlamünde in Predigten zu widerlegen. Die zwei Predigten fanden einmal in der Michaeliskirche und zum anderen im großen Saale des Alten Schlosses, wo ein Altar der heiligen Elisabeth geweiht war, statt.
Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen kehrte 1552, aus kaiserlicher Gefangenschaft kommend, im Gasthof ein - ebenso Johann Wolfgang von Goethe 1812 mit Christiane Vulpius und 1827 nochmals mit Eckermann. Im Gasthof logierten auch die Brüder Hauptmann, Ernst Haeckel, Otto von Bismarck, um nur einige zu nennen. Das Hotel "Schwarzer Bär" erfreut sich auch heute noch größter Beliebtheit.

Gasthaus "Zur Noll"
Der Gasthof "Zur Noll" - Oberlauengasse 19 - ist ein aus dem 16. Jahrhundert stammendes Bauwerk mit steinerner Wendeltreppe. Es gehörte einst der Fechtmeisterfamilie Kreußler bevor es 1865 unter den Namen "Nollendorfer Schankwirtschaft" Schrankgenehmigung erhielt.

Haus im Sack
Das heutige Hotel "Haus im Sack" war einst ein Wein-Bauernhaus. Seinen Namen bekam es wegen seines bis 1945 nur von der Oberlauengasse her zu erreichenden Zuganges. Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Gebäude besitzt ein für damalig typisches Rundbogenportal mit Sitznischen, Fachwerk und überstehenden Obergeschossen. Es wurde saniert und lädt heute seine Gäste zum Verweilen ein.

Volkshaus
Das von den Leipziger Architekten Arwed Roßbach zwischen 1903 und 05 auf dem Carl-Zeiß-Platz errichtete Gebäude verfügt neben zahlreichen Räumen auch über zwei große Säle, wovon einer eine sanierte Orgel für Konzerte besitzt. Im Ostflügel wurde noch vor Fertigungstellung des Gesamtkomplexes eine Bücherei untergebracht, die heute den Namen "Ernst-Abbe-Bücherei" trägt.


Als besonders erwähnenswerte Gebäude sind noch das Bachsteinsche Haus - im 2. Weltkrieg zerstört, das Hechtsche Haus - wurde wie das Honigmannsche wegen des Turmbaues des einstigen Unihochhauses, heute Jentower abgerissen, sowie das Weigelsche Haus, welches Weigel 1668 errichten ließ - aber aus straßenbaulichen Gründen 1898 weichen mußte - zu nennen.

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