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Geschichte von Jena - Jena, Johann Wolfgang von Goethe und die Universität |
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Johann Wolfgang von Goethes Hauptleistungen für die Salana war die Hochschule
wissenschaftlich-institutionell zu festigen, auszubauen und tatkräftig und weitsichtig
zu fördern.
In den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts konnte ein Naturalienkabinett erworben werden. Als
Minister, Wissenschaftler wie auch als Privatperson war Goethe leitend, mitgestaltend und
anregend an den wissenschaftlichen Sammlungen beteiligt. So konnten die anatomischen und
mineralogischen Sammlungen erweitert werden und durch Neugründungen das Chemische Laboratorium,
zoologische und botanische Kabinette, eine Sternwarte und die Tierarzneischule entstehen.
Eine seiner größten Leistungen war die Umwandlung des Lustgartens in einen botanischen
Garten im Jahre 1794. Damit konnte der alte und längst zu klein gewordene Hortus medicus
von Professor Werner Rolfinck (siehe bei den Beschreibungen "Berühmte Persönlichkeiten,
die in der Stadt Jena wirkten" auf dieser Webseite) durch eine neue Versuchs- und Lehrstätte
ersetzt werden, die zudem durch ein größeres Gelände ausbaufähig war.
Ab 1802, aber vor allem in den Jahren 1817 bis 1724, war Goethe mit bibliothekarischen Arbeiten
beschäftigt, so wurden die 56.000 Bände der Universitätsbibliothek durch Neuordnung
erschlossen und der Nutzung zugänglich gemacht.
In den Fachrichtungen Botanik, Chemie und Mineralogie führte Goethe neue Lehrstühle ein,
aber sein besonderes Interesse galt dem Naturwissenschaftlichen Museum und der Bibliothek für
welche er energischen persönlichen Einsatz zeigte.
Auch wenn Goethes Leistungen und wissenschaftlich aufbauenden Bestrebungen an der Salana groß
waren, so sind sie in ihrer Entwicklung und freien Entfaltung gehemmt worden. Ein ausgesprochenes
Krisenjahr erlebte die Universität im Jahre 1803 als zahlreiche Professoren sie verließen
oder verlassen hatten. Grund für diese Entwicklung waren die völlig ungenügenden
Mittel und das wenige Interesse der ernestinischen Fürsten an ihrer Universität. So sehr
sich Goethe mühte vieles zu ändern und zu verbessern, die Verhältnisse blieben
jedoch bescheiden.
So wurde für den Weimarer Schloßbau wöchentlich teilweise mehr als 4.000 Taler
ausgegeben, hingegen für einen ordentlichen Professor nur 200 bis 500 Taler Gehalt im Jahr
übrig waren. Hufeland, den man keine Klinik bewilligte, verließ die Stadt, ebenso Loder,
den man in Halle ein Gehalt von 1.400 Taler bot. Außerordentliche Professoren und Privatdozenten
waren auf die Gnade des jeweiligen ernestinischen Fürsten, der sie sogar berief, angewiesen.
Friedrich Schiller erhielt als außerordentlicher Professor von Carl August einen Hofratstitel,
aber vorerst kein Gehalt. Der Philosoph und Fichte Schüer Johann Baptist Schad (1758 - 1834),
der großen Einfluss auf die Philosophie in Rußland hatte, starb in Jena an drückender
Armut. Ähnlich erging es auch den außerordentlichen Professor und mittellosen Historiker
Karl Traugott Hammerdörfer (1757 - 1794), der früh die Bestrebungen Thomas Münsters
würdigte, der in Jena einfach verhungerte.
Aber gerade die außerordentlichen Professoren waren es, die in der Klassischen Zeit den guten
Ruf Jenas begründen. Als wichtige, aber einflusslose außerordentliche Professoren sind
vor allem Vertreter der Philosophie zu nennen, angefangen von Reinhold bis Hegel, sie brachten den
Ruhm und die Größe, aber zu sagen hatten sie nichts an der Universität.
Jena, die Universität und das Leben in der Stadt haben den Minister Goethe auch zu Dichtungen
und Wissenschaft angeregt. Neben seinen amtlichen Pflichten und Forderungen hatte er ein ganz
spezielles Verhältnis zu Jena. So nannte er die Stadt liebes, närrisches Nest.
In Jena vollendete der Dichter "Wilhelm Meisters Lehrjahre", "Hermann und Dorothea", "Farbenlehre"
"Dichtung und Wahrheit" und zahlreiche Balladen.
Seit Dezember 1775 ist Johann Wolfgang von Goethe über ein halbes Jahrhundert nach Jena
gekommen. Oft war es eine Art Flucht von der steifen Welt des Weimarer Hofes. |
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Einige Erläuterungen

Das Uni-Hauptgebäude entstand nach einem Entwurf des Münchner Architekten Theodor
Fischer (* 28. Mai 1862 in Schweinfurt; † 25. Dezember 1938 in München) zwischen 1905 und
1908. Siehe Neue Fotos.

Ein Gemälde des Schweizer Malers Ferdinand Hodler (* 14. März 1853
in Bern; † 19. Mai 1918 in Genf) befindet sich in der Aula, welches den «Auszug der
Jenenser Studenten in den Freiheitskrieg von 1813» zeigt. Ein Bild - siehe Mitte dieser
Seite.

Das Burschenschaftsdenkmal vom deutschen Bildhauer Adolf von
Donndorf (* 16. Februar 1835 in Weimar; † 20. Dezember 1916 in Stuttgart), dass 1883 entstand,
steht im Vorgarten des Uni-Hauptgebäudes. Siehe Neue Fotos.

Die Universität trägt seit 1934 den Namen von Friedrich Schiller, dessen Denkmal 1973
aufgestellt wurde. |
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Buchtipp
Und hier ein Buchtipp zum Thema
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