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An dieser Stelle möchte ich Ihnen noch nicht beschriebene Sehenswürdigkeiten bzw. Ausflugsziele
vorstellen. Es handelt sich dabei um Gärten und Parks in Jena. Zahlreiche Fotos sollen diese Ausführungen
bildlich veranschaulichen.
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| Ein Foto wird erst im nächsten Frühjahr hier erscheinen |
Bienenweidegarten |
Die ganze Vegetationszeit blüht es im Bienenweidegarten. Seit vielen
Jahrtausenden ist die Honigbiene (Apis mellifica L.) wertvolles Nutztier in der Natur.
Bienen sind für die Bestäubung der Blüten unersetzlich und bilden damit ein wichtiges Glied in der
Kette zwischen Wachsen und Gedeihen. Schon in der Mythologie war Honig bedeutungsvoll, wie beispielsweise im alten
Ephesos, wo die Fruchtbarkeitskönigin von Bienenmotiven umgeben ist. Honig wurde sogar als Nahrung für das
Leben im Jenseits mit ins Grab gegeben. Die Bienenkönigin ist in der Lage pro Tag ihr Eigengewicht an Eiern
zu legen. Erst verwandte man Honig nur als Süßungsmittel, bevor er im Mittelalter so wertvoll wie Gold
wurde, und auf Raub eines Honigbaumes die Todesstrafe stand. Mit der Zeit entdeckte der Mensch die Heilkraft im
Honig.
Der Anfang der 1990er Jahre neu gestaltete Bienenkundegarten hat mehr als 1000 Pflanzenarten auf seinem Terrain.
Für alpine Pflanzen bietet der unter Denkmalschutz stehende Areal den richtigen Boden. Neben einem Feuchtbiotop
sind auch ein Staudenbeet und eine Streuobstwiese angelegt.
Das Haus auf dem Areal des Bienenweidegarten war einst Bestandteil der Erziehungsanstalt des Pädagogen
Heinrich Stoy. Von 1916 bis 1931 war der Lehrbienenstand im Botanischen Garten eingegliedert, bevor August Ludwig
am Steiger für die Landwirtschaftliche Fakultät einen Bienenstand einrichtete.
Mit 40 Bienenvölkern fing alles an. Zwischen Dezember 1989 und März 1993 wurde alles aus öffentlichen
und privaten Mitteln restauriert, um das Vermächtnis des bis 1949 tätigen August Ludwig zu bewahren. Zu
DDR-Zeiten war Garten und Haus dem Verfall preisgegeben. Die Jenaer Gärtnerei Boock übernahm die
Restaurierungsarbeiten und landschaftsgestalterischen Aufbaumaßnahmen.
Neben dem Sammeln von Nektar haben Bienen einen weiteren Nutzen, denn in ihren gesammelten Nektar können
enthaltene Umweltgifte nachgewiesen werden.
Am Steiger 3 befindet sich der Bienenweidegarten und lädt zu einem Besuch ein. Als Kultur- und Wissenschaftsdenkmal
soll der Bienenweidegarten Zeugnis menschlicher Geschichte darstellen und der Nachwelt als Entwicklungsrichtung erlebbar
bleiben.
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Goethe-Park oder Drackendorfer Park |
Der heute meist als Goethe-Park genannte Drackendorfer Park ist nur noch knapp drei
Hektar groß - einst war er viel größer. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ist der Drackendorfer
Park als kleiner englischer Landschaftsgarten am Rande der Stadt Jena angelegt worden.
Es ist eine Oase der Stille in dessen Mitte auf einer Wiese zwei riesige Eichen stehen. Gepflanzt hatten sie zwei englische
Jungen im Jahre 1855, die mit ihrer Mutter zu Besuch auf dem Drackendorfer Gut waren. Die Kronen der Eichen haben heute
ca. einen Durchmeter von zwanzig Metern - ebenso alt wird die Blutbuche in deren Nähe vermutet.
Freiherr von Ziegesar, der Besitzer des Drackendorfer Gutes, hatte den Park anlegen lassen. Als Freund kam Goethe auf das
Gut und freundete sich mit der 36 Jahre jüngeren Tochter des Freiherrn Silvie von Ziegesar an.
Sie machten Ausfahrten und gingen zur Lobdeburg spazieren. Diese Zuneigung des Dichters inspirierte ihn in seinen Werken
und spielte in seinen Gestalten und landschaftlichen Beschreibungen eine wichtige Rolle. Auch in seinen Gedichten fand
diese innige Zuneigung Ausdruck, zum Beispiel im "Bergschloss".
Silvie von Ziegesar heiratete im Jahre 1814 den Theologen Friedrich August Koethe. Pate des ersten Kindes wurde Johann
Wolfgang von Goethe.
Aber nicht nur Goethe zog es wegen der Ruhe und zum Ausspannen nach Jena, auch andere berühmte Persönlichkeiten
fanden in Jena und Umgebung wie beispielsweise auch hier in Drackendorf Erholung und Musse. Es war der Vater von Alfred
Brehm, der Ornithologe und als Vogelpastor bekannt gewordene Christian Ludwig Brehm, der hier vom 1. März bis 31.
Dezember 1812 als Pfarrer in der Drackendorfer Kirche tätig war. Diese an den Park angrenzende Kirche ist von 1653
bis 1653 errichtet worden.
Brehms Vater erhielt während seines Lebens zahlreiche Auszeichnungen. So erhielt er 1822 die Ehrendoktorwürde
der Medizinischen Fakultät der Jenaer Universität und wurde Mitglied der am 1. Januar 1652 gegründeten
Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, die als älteste naturforschende Akademie der Welt gilt.
Das auf den Anlagen des Parks errichtete Teehäuschen wurde erst 20 Jahre nach dem Tod von Goethe 1853/54 errichtet
und diente während der DDR-Diktatur erst als Kindergarten bevor es FDJ-Jugendklub wurde.
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Historischer Johannisfriedhof |
Erstmals urkundlich erwähnt, wurde der historische Johannisfriedhof
im Jahre 1307. Als Jena noch von einer Stadtmauer umgeben war, lag er in der Johannisvorstadt, wo früher sich
das Dorf Leutra befand. Der parkartige Garten mit Wiesen und alten Grabanlagen dehnt sich heute auf einer Fläche
von ca. 2 Hektar aus. Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert wurden zahlreiche Erweiterungen vorgenommen.
Auf Befehl der Nationalsozialisten wurde 1938 der Friedhofteil um die Kirche St. Johannes Baptist aufgegeben und die
viel befahrene Bundesstraße gebaut. 1947 schloss man noch den restlichen Teil des Friedhofes. Seit 1978 dient
er in seiner Nutzung als Park, wobei die Gräber bedeutender Jenaer Persönlichkeiten beibehalten worden.
Auf dem Friedhof liegen zahlreiche Persönlichkeiten, die mit der Geschichte der Universität und der Stadt
eng verbunden waren. Wenn man zum Haupteingang - nicht von der Straße des 17. Juni, sondern den 1. Eingang vom
Philosophenweg - sich nach rechts wendet, kommt man am Grab des Botanikers Friedrich Sigismund Voigt (1781 - 1850)
vorbei. Der in Gotha geborgene Voigt studierte in Jena Naturwissenschaften und wurde später von Goethe als
Direktor des Botanischen Gartens ernannt, an dieses Amt war noch eine Professur für Botanik angeschlossen.
Kommt man an das Ende dieses Weges stößt man auf die Grabstätte des in Weimar geborenen Mechanikus und
späteren Unternehmer Carl Zeiss (1816 - 1888). Das Grab wurde 1978 anläßlich seines 90. Todestages
von der Carl-Zeiss-Stiftung mit einem schwarzen Obelisk von Otto Späte gestaltet.
Weitere Gräber sehen wir von Friedrich Körner, Johann Heinrich, Anton Wilhelm Koch ... und stehen dann vor
dem des Theologen Johann Jakob Griesbach (1745 - 1812). Griesbach war mit Goethe und Schiller befreundet und sein Haus
Mittelpunkt des geistigen Lebens in Jena. Beste Vertraute waren Herder, Wieland und Knebel. Die Grabstätte von
Volkmar Stoy (1815 - 1885) - einem außerhalb von Jena anerkannten Pädagogen, der zum 100. Geburtsag der
Zöglingsschule in Schnepfenthal war - befindet sich auf der anderen Seite der Westmauer. Der älteste Baum -
eine 170 Jahre alte Esche - steht auf dem Grab von Karl Ludwig von Knebel (1744 - 1834). Knebel, ein Freund von Goethe, war
ebenso bekannt mit Anna Amalia, Johann Gottfried Herder und der Frau von Stein. Südwestlich des Gärtnerhauses
befindet sich das Grab von Johanna Schopenhauer (1766 - 1838), die ebenso dem Kreis der Weimarer Klassik zugerechnet
werden muß. Ihr Grabstein zierte einst auf ausdrücklichem Wunsche nur ein Schmetterling bevor Verehrer
anläßlich ihres 50. Todestages Namen und ihre Daten eintragen ließen.
Den historischen Johannisfriedhof finden Sie auf dem Grundstück Philosophenweg 1.
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Volkspark Oberaue |
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden die Volksparks - auch der in Jena.
Ihre wichtigste Aufgabe sollte es sein, die schlechten Lebensverhältnisse der Menschen in Industriestädten
zu verbessern. Aufbauend auf die Faktoren Licht, Schatten und Wasser sollten die Parks vor allem der Erholung dienen,
aber auch die Farbe GRÜN - erholend für die Augen. Große Wiesenflächen sollen Sport, Spiel und
dem Spaß dienen.
Der "Volkspark Oberaue" ist in Thüringen der einzige dieser Art. Bestehend aus den Saaleau-Bereichen Oberaue,
Paradies und Rasenmühleninsel befindet er sich in unmittelbarer Stadtnähe auf der anderen Saaleseite des
Paradiesbahnhofes. Durch diese Einzigartigkeit wurde er Kulturdenkmal mit absoluten Seltenheitswert und kam 2002
unter Denkmalschutz, was er mit seinem Erholungswert auf jeden Fall verdient.
Sobald man die Bahnunterführungen durchschriteen hat, öffnet sich vor den Augen eine Oase der Erholung und
Entspannung. Es gibt Plätze, Wege und schmale Stege, die zur Pause und zum Verweilen einladen - geschaffen von
Mensch und Natur.
In den dreißer Jahren des 20. Jahrhunderts entstand das Konzept für die Umgestaltung der Oberaue, in den
50er Jahren folgten neue und seit 2002 begann man die originale Struktur wieder herzustellen. Zu DDR-Zeiten wurde
der Park zwar vernachlässigt, aber glücklicherweise nicht zerstört. Ein 15 Meter breiter Streifen
mußte aber für den Bau der Stadtrodaer Straße in den siebziger Jahren weichen, die sich nun an der
Ostseite anschließt.
Im Volkspark Oberaue sind Buchen, Eichen, Linden, Pappeln und Platanen anzutreffen, die wild gewachsen oder
angepflanzt wurden. Schön anzusehen ist das Rondell mit dem Froschkönigbrunnen und den terrassenförmig
angelegten Blumenbeeten. Die mit Narzissen, Primeln, Rosen, Lupinen, Schleicherkraut, Astern und Dahlien bepflanzten
Parkanlagen zeigen einen den Jahreszeiten angepaßte Artenwechsel.
Im Laufe der Zeit soll der Park zu seinen Ursprüngen zurück gelangen. Die Jenaer sollen den Park wieder
entdecken. Sport, Spaß und Spiel werden dazu beitragen. Zentraler Mittelpunkt soll das vom Architekten Walter
Engelhardt 1937 entworfene Paradiescafe spielen.
Der Volkspark ist auch die Heimat zahlreicher Insekten und Vögel, wei beispielsweise Bachstelze, Distel- und
GrünfinkenGrasmücke, Kleiber und Zaunkönig.
Einst waren im Bereich des Volksparkes Oberaue Höhepunkte des Jahres die traditionellen Feste und Konzerte.
Möge diese Traditionen bald möglichst wieder aufgenommen werden - dies zumindest wünscht sich der
Webmaster dieser Homepage.
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Buchtipp
Und hier ein Buchtipp zum Thema
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