Jena, kreisfreie Stadt im Saaletal (Thüringen)
Jena, Geschichte von Jena - Carl Zeiß Jena


Carl Zeiß Jena

Der Mechanikus Carl Zeiß (* 11. September 1816 in Weimar; - † 3. Dezember 1888 in Jena) gründete 1846 seine erste kleine optisch-mechanische Werkstatt in der Neugasse Nr. 7.

Schon beim Beginn seiner Tätigkeit gab es regen Kontakt mit der Universität in Jena, man könnte sogar sagen, dass die Uni Carl Zeiß Pate stand. Matthias Jacob Schleiden (1804 - 1881) - ein deutscher Botaniker und Mitbegründer der Zelltheorie - regte es an, Mikroskope in Jena zu bauen.

Carl Zeiß hatte als Lehrmeister Dr. Friedrich Johann Christian Körner (1778 - 1847), der bereits Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832) bei der Forschung zur Farbenlehre Apparate baute und Versuche zur Herstellung bestimmter Gläser unterstützte.

Die ersten beiden Jahrzehnte war die Phase des Experimentierens und Probierens bis dann die Zeit des Übergangs vom Handwerk zur Wissenschaft folgte. Entscheidend für diese Entwicklung waren die wissenschaftlichen und wissenschaftsorganisatorischen Leistungen des zur dieser Zeit jungen Physikers Ernst Abbe (1840 - 1905), der seit 1863 Privatdozent an der Alma mater war. Mit Zeiß trat Abbe im Jahre 1866 in Verbindung, und neun Jahre später - 1875 - war er Mitinhaber der Zeiß-Werke.

Auch maßgeblich war Abbe an der Gründung des Glastechnischen Laboratoriums von Otto Schott (1851 - 1935) im Jahre 1884 beteiligt, mit dem nun für die wachsende optische Industrie in Jena Qualitätsglas hergestellt werden konnte.

Von da an entwickelte sich das Zeiß-Werk zu einem gewaltigen Industriebetrieb in Deutschland. 1886 lieferte die Firma bereits das zehntausendste Mikroskop und 1902 das fünfzigtausendste Handfernrohr aus. Zur Jahrhundertwende hatte die Zahl der Angestellten und Arbeiter die Tausender Grenze überschritten.

Im 2. Weltkrieg ist das für die Rüstung produzierende Zeiss-Werk Ziel von Bombenangriffen und wird dabei stark beschädigt. Zu Kriegsende werden von den amerikanischen Truppen 126 Wissenschaftler und Führungskräfte in ihre Besatzungszone mitgenommem. 1946 erfolgt die Neugründung der Firma "Optische Werke Oberkochen", in Jena beginnt der Neuanfang etwas später.

Die Zeiss- und Schott-Werke werden 1948 in der DDR enteignet. Aus ihnen entstanden die beiden Staatsbetriebe: VEB Carl Zeiss JENA und VEB Jenaer Glaswerk. In den Folgejahren entwickeln sich beide Zeiss-Unternehmen - in Ost und West - zu weltweiten Technologieführern in der Optikindustrie. 1949 wird Heidenheim der Rechtssitz der Carl-Zeiss-Stiftung.

Mit der Entstehung von Kombinaten in der DDR wird der VEB Carl Zeiss JENA 1965 zu einem Leitbetrieb der Feinmechanik und Optik. Beim Londoner Abkommen 1971 einigen sich beide Werke für die gemeinsame Nutzung von Namen und Warenzeichen "Zeiss".

Mit der politischen Wende in der DDR 1989/90 ändern sich auch die Beziehungen zwischen den Zeiss-Unternehmen, die sich nun unter einer Carl-Zeiss-Stiftung zusammenzuschließen. 1995 wird Carl Zeiss in Oberkochen alleiniger Eigentümer durch die Übernahme der Gesellschafteranteile der Jenoptik GmbH an der Carl Zeiss Jena GmbH.

Im Jahre 1996 besteht das Unternehmen Carl Zeiss 150 Jahre und zählt zu einen der weltweit führenden Optik-Unternehmen. Zukunftstechnologie soll die Halbleitertechnik werden. Am Standort Oberkochen wird 2000 das modernste Werk für optische Lithografiesysteme in Europa errichtet.

Seit Oktober 2001 wird der Bereich Halbleitertechnik ein eigenständiges Unternehmen mit dem Namen Carl Zeiss SMT AG. Mit der Carl Zeiss Meditec AG bekommt die Carl Zeiss Gruppe 2002 ihr erstes Tochterunternehmen an der Börse.

Rückwirkend zum 1. Oktober 2003 wird Carl Zeiss 2004 eine Aktiengesellschaft und die Carl-Zeiss-Stiftung bleibt alleiniger Anteilseigner des Unternehmens.

Durch den Zusammenschluss des Geschäftsbereiches Augenoptik der Carl Zeiss Unternehmung mit dem US-amerikanischen Unternehmen SOLA entsteht 2005 der weltweit führende Anbieter für Brillengläser.

Das weltweit modernste Lithographieoptikzentrum der Carl Zeiss SMT AG wurde 2006 offiziell eingeweiht.


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