Jena, kreisfreie Stadt im Saaletal (Thüringen)
Geschichte von Fürsten und das Herzogtum Sachsen-Jena


Fürsten und das Herzogtum Sachsen-Jena

Mehrere Quellen berichten, dass im Jahre 1002 der Markgraf Ekkehard von Meißen und Herzog in Thüringen bei einem Überfall in Pölden bei Göttingen umgekommen ist. Beerdigt wurde er in der Stadt Gene und später überführte man den Leichnam nach Naumburg. Nach Studieren der entsprechenden Urkunden kam man zu dem Schluß, dass nicht das heutige Jena, sondern Großjena bei Naumburg - heute ein eingemeindeter Ortsteil von Naumburg (Saale) - der etwa 3 Kilometer in nördlicher Richtung liegt - gemeint war.

1029 soll Kaiser Konrad II. Sulza an der Ilm die gleichen Stadtrechte eingeräumt haben, wie bereits Halle, Wallhausen, Dornburg, Jena u. a. schon erhalten hatten.

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Im Jahre 1382 erhielten die drei* Söhne des Landgrafen Friedrich III., der Strenge (* 14. Dezember 1332 in Dresden; † 21. Mai 1381 in Altenburg, Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen), Friedrich, Georg und Wilhelm Thüringen gemeinsam. Die ältesten beide Söhne Friedrich IV., der Streitbare (* 11. April 1370; † 4. Januar 1428 in Altenburg) und Wilhelm II., der Reiche (* 23. April 1371; † 30. März 1425) erteilten über Jena die Rechtbarkeit über Oberst und Niederst, über Hals und Hand, die Zollfreiheit und bestätigten das Geschoßbuch.

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Herzogtum Sachsen-Jena von 1672 bis 1690 - 18 Jahre lang

Zwischen den Jahren 1672 - 1690 war Jena 18 Jahre lang das Herzogtum Sachsen-Jena. Entstanden war das Herzogtum infolge testamentarischer Bestimmungen des Herzogs Wilhelm IV. aus Weimar. Damit sollten seine Söhne eigene Hofhaltungen erhalten. Der jüngste Sohn Welhelms war Bernhard, der die kleine Länderei Sachsen-Jena erhielt.

Herzog Bernhard (* 21. Februar 1638 in Weimar; † 3. Mai 1678 in Jena) war der erste Herzog des Herzogtums Sachsen-Jena, der als Sohn von Herzog Wilhelm von Sachsen-Weimar und Eleonore Dorothea, einer Prinzessin von Anhalt, als siebtes von neun Kindern in Weimar geboren wurde.

Sehnzehnjährig absolvierte er ein dreijähriges Studium - von Februar 1654 bis November 1657 - an der Jenaer Universität und erhielt als Abschluß die damals übliche Würde eines Rector magnificentissimus.

Als junger Prinz besuchte er erstmalig Frankreich. Hier sollte er nach den Plänen des Vaters am französischen Hofe einheiraten, um die Beziehungen der Ernestiner zum Sonnenkönig Ludwig XIV. zu stärken. Tatsächlich führten seine Aufenthalte in Frankreich 1662 zur Ehe mit der sechs Jahre älteren Marie Charlotte (1630-1682), der Tochter von Henri de la Trémouille duc de Thouars. Beide bezogen das vom Herzog errichtete Residenzschloss in Jena.

Mit ihr führte er allerdings keine glückliche Ehe, weshalb er sich 1674 wieder von ihr trennte. Schon ein Jahr vor der Trennung war er mit dem Fräulein von Kospoth eine sogenannte morganatische Ehe - eine für europäischen Adel öfters vorkommende Eheform, bei der einer der beiden Ehepartner, meistens die Frau, von niedrigerem Stand war - eingegangen. Am 28. März 1675 bekam Herzog Bernhard von ihr das fünfte Kind den Sohn Johann Wilhelm. Bernhard erkannte ihn als rechtsmäßen Erben an. Im Alter von 13 Jahren begann der Junge ein dreijähriges Studium an der Jenaer Universität und absolvierte es mit dem gleichen Prädikat wie sein Vater, welches er noch zweimal erneuerte. An den Pocken verstarb der Prinz 1690 und wurde in der Krypta der Stadtkirche beigesetzt.

In seiner nur sechsjährigen Amtszeit hatte er alle notwendigen Einrichtungen eines Staates nach dem Vorbild des Sonnenkönigs Ludwig XIV. in Versaille geschaffen. Es existierten eine Kammer, Konsistorium, Landstände, Ämter, eine Regierungsbehörde und Herzog Bernhard hatte sogar Soldaten. Selbst Münzen wurden im Herzogtum Sachsen-Jena geprägt. Das alles verschlang eine ungeheure Summe der Staatskasse.

Aus der Regierungszeit von Herzog Bernhard ist nicht viel bekannt. Was allerdings immer Probleme bereitete, waren seine großen finanziellen Engpässe - selbst mehrfacher Steuererhöhungen. Als er starb, waren seine Schulden auf das Sechsfache anwachsen. Er wurde neben seinem Sohne Johann Wilhelm in der Gruft der Stadtkirche beigesetzt, wo auch das Frälein von Kospoth und eine seiner Töchter ihre letzte Ruhe fanden.

Herzog Bernhards Vorliebe galt der Musik, weshalb es zur Bildung einer Hofkapelle kam, legte den Grundstock für eine Büchersammlung aus der später die Weimarer Landesbibliothek wurde und war von Natur aus sehr fromm.

In der Zeit des Herzogtums Sachsen-Jena wurde das Stadtschloss aus- und umgebaut, statt des Palas entstand ein neuer Bau und die Kirche Johann-Georgs-Kirche - die spätere Garnisionskirche und heutige Friedenkirche - errichte man. Eigentlich sollte der Name der Kirche nach dem Prinzen Johann Wilhelm - Herzog Bernhards Sohn - heißen, aber im Einweihungsjahr lebte dieser nicht mehr und deshalb erhielt sie den Namen des Eisenacher Herzogs. Herzog Johann Georg aus Eisenach hatte einst die Anregung zum Bau der Kirche gegeben, zudem gehörte Jena zu diesem Zeitpunkt zum Herzogtum Eisenach.

Bernhard, Herzog von Sachsen-Jena
Die Ehe des Herzogs mit Marie Charlotte blieb glücklos, aber nicht kinderlos. Kinder aus dieser Ehe sind:
Wilhelm (1664 - 1666)
Bernhard (1667 - 1668)
Charlotte Marie (1669 - 1703)
Emilie Eleonore (1674 - 1709),
Einen außerehelich geborenen Sohn hatte Herzog Bernhard mit Marie Elisabeth von Kospoth: Johann Wilhelm (1675 - 1690).

Eine andere Quelle berichtet, dass nicht der Sohn Johann Wilhelm, sondern die Tochter Emilie Eleonore aus der morganatische Ehe von Bernhard und Marie Elisabeth hervorgegangen sein soll.

Ich werde nach weiteren Infos suchen.


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