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Aus der Geschichte von Jena: Weitere Zahlen & Fakten |
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Steinkreuze oder Steinerne Kreuze werden erstmals 1480 in einer Urkunde erwähnt. Einst
stand eins davon am Windknollen, was allerdings verschwunden ist.
Info: Der Windknollen ist ein 363 Meter hoher, kahler Berg bei Jena mit Kurzgrasvegetation.
Auf diesem Hochplateau ähnelt die Landschaft, die der nordamerikanischen Prärie. Subkontinentale
Halbtrockenrasen erstrecken sich hier auf landwirtschaftlich nicht genutzten Flächen. Das Gebiet
steht unter Naturschutz. Neben den Rasenflächen sind besonders die geschützten Orchideenarten zu
nennen. In geologischer Hinsicht besteht der Untergrund aus Muschelkalkstein. Hier steht der
Napoleonstein.
Vom Windknollen aus lohnt sich der Besuch des Museums «Gedenkstätte 1806» in
Cospeda.
Der Siedelhof, ein Ackerbürgergehöft aus dem 15. Jahrhundert, beherbergte einst
Teile aus dem Stadtmuseum, die 1945 im Bombenhagel verloren gingen. Der Siedelhof stand einst «Hinter
der Kirche» - gegenüber dem ehemaligen Max-Reger-Musikhaus, wo heute sich der kleine
Parkplatz befindet.
An der Ecke Fürstengraben/Lutherplatz stand einst ein Ballhaus, welches 1669 aus Steinen
des abgebrochenen Erfurter Tores erbaut wurde. Heute erinnert noch die Ballhausgasse - liegt zwischen
Zwätzengasse und Lutherplatz - an dieses Bauwerk.
Die Trießnitz südlich von Winzerla war im 18./19. Jahrhundert beliebtes Ausflugsziel
der Jenenser. Auch Goethe verweilte hier sehr oft.
Weil sich im Weinberghaus 1715 eine seltsame wahre Geschichte ereignete, wurde es als sogenanntes
«Spukhäuschen» bezeichnet. Es befand sich bis 1928 am Sandweg, der Lichtenhain
mit der Rasenmühle verband.
Seit 1729 hatte das Geleitshaus gegenüber der «Grünen Tanne» Schankrecht.
Beim Bau der neuen Camsdorfer Brücke 1912 wurde es abgerissen. Im Mittelalter herrschte das
Faustrecht, weshalb ziehende Kaufleute auf bewaffnetes Geleit zu ihrem Schutze nicht verzichten
konnten. In Jena gab es neben dem Jenaer noch das Camsdorfer und Burgauer Geleit gab. Laut
Geleitsordnung von 1783 waren für alle ein- und ausgehenden GüterGeleitsgelder zu
entrichten.
Am 4. Juli 1777 hatte Goethe die Ruine der Gleisbergburg - im Volksmund auch Kunitzburg
genannt - bestiegen.
Um 1790 war auf dem Fürstengraben - zu DDR-Zeiten Goetheallee - die Stadtmauer bereits
abgetragen. An ihrer Stelle entstanden Häuser, z. B. die «Wucherei», die
1861 zur Universität kam. Seit 1664 gab es auf dem Fürstengraben eine Reihe von Linden.
1795 und die Jahre danach wurde unter maßgeblichen Einfluß von Johann Wolfgang
von Goethe die fürstlichen Anlagen in wissenschaftliche Einrichtungen umgewandelt. Der
Weimarer Dichter fühlte sich von der geistigen Athmosphäre der Universität
angezogen. Goethe betrieb hier zahlreiche naturwissenschaftliche Studien und wurde ebenso zu
vielen Dichtungen angeregt. 1789 wurde Friedrich Schiller als Geschichtsprofessor an die Jenaer
Universität berufen. In Jena begann auch 1794 die Freundschaft und die Zusammenarbeit zwischen
Goethe und Schiller.
Um 1795 lebte und arbeitete in Jena Schiller, auch Goethe weilte gerne in der Stadt. Der
Kreis der «Jenaer Romantiker» um die Gebrüder Schlegel hatte sich gebildet. An der
Universität wirkten namhafte Gelehrte wie die Philosophen Fichte, Hegel und Schelling, der
Mediziner Loden, der Chemiker Doebereiner und zahlreiche weitere Persönlichkeiten.
Zwischen 1797 und 1799 verbrachte Schiller die Sommermonate in seinem Sommerhaus vor
der Stadt an der Leutra und schrieb in dieser Zeit «Wallensteins Lager», «Maria
Stuart», «Die Jungfrau von Orleans» und zahlreiche Balladen.
Die nach dem Friedensschluß nach den Befreiungskriegen 1815 gepflanzte Friedenspappel
rechts neben dem Johannistor brach am 1. August 1914 wegen ihres morschen Zustandes zusammen.
In der Grünen Tanne wurde am 12. Juni 1815 die studentischeantifeudal-bürgerliche
Burschenschaft gegründet. Von 1817/18 wohnte Goethe in hier.
Um 1830 führten am völlig kahlen Nasenberg im Mühltal zahlreiche Wege zur
sogenannten Lutherkanzel.
Um 1830 befand sich am Bibliotheksweg die Studentenkneipe «Fürstenkeller».
Von 1830 führte zwischen Zwätzen und Kunitz die Hausbrücke über die Saale.
1945 wurde sie zerstört.
1890 zählte Jena 13.449 Einwohner. Das Zeiss-Werk hatte 387 Beschäftigte. Ernst
Abbe hatte ein Jahr zuvor die Carl-Zeiß-Stiftung gegründet. Der Naturforscher Ernst
Haeckel, der Pädagoge Stoy und der Philosoph Rudolf Eucken wirkten an der Universität.
Von 1901 an befand sich im ehemaligen Stadthaus in der Weigelstraße in der ersten und
zweiten Etage das Stadtmuseum. 1945 wurde das Haus durch Bombenangriffe zerstört.
1913 wurde Lichtenhain in die Stadt Jena eingemeindet. Vor dieser Zeit war das Dorf meiningische
Exklave im Herzogtum Weimar. Ein wertvoller Freskenzyklus aus dem beginnenden 15. Jahrhundert ziert
die Dorfkirche.
Bis 1924 bestand das ehemalige Männerspittel zwischen Lache und unterem Löbdergraben.
Bis 1928 bestand der ehemalige Ammerbacher Teich, der lag bereits vor dem Ort zwischen der
mit Birken bepflanzten Beutenbergstraße und den von hohen Bäumen gesäumten
Ammerbach.
Um 1939 gab es im Penickental noch den sogenannten Märchensee, dessen Wasser eine
grünblaue Farbe aufwies (Foto folgt).
1982 feiert Zwätzen die 800-Jahr-Feier. Der Heiligenberg nahe Ort ist ein Muschelkalkberg
aus der Trias-Zeit. Hier beherrschte vor 200 Millionen Jahren eine reiche Fauna, wie die zahlreichen
Fossilien beweisen. Auch er ist ein beliebtes Ausflugsziel der Jenenser. Romantische winkel erfreuen
den Spaziergänger.
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Buchtipp
Und hier ein Buchtipp zum Thema
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